Vermeidung von Verpackungsmüll – eine Aufgabe, die uns alle angeht

Seit inzwischen fast einem Jahr gilt das neue Verpackungsgesetz, das die Recyclingquoten erhöhen und Mehrweg fördern soll. Denn wenn man bedenkt, dass in Deutschland laut Umweltbundesamt jährlich pro Kopf rund 226,5 Kilogramm Verpackungsmüll anfallen, dann war das neue Gesetz mehr als überfällig. In eine ähnliche Richtung gehen übrigens auch andere Maßnahmen wie zuletzt das angestrebte Plastiktüten-Verbot, das die Bundesregierung Ende des Jahres auf den Weg gebracht hat, oder das EU-Verbot von Einweg-Plastik ab 2021. Sie verfolgen ein gemeinsames Ziel: unsere Umwelt zu schonen. 

Die Politik ist also bestrebt uns zu mehr Nachhaltigkeit zu bewegen. Und keine Frage, Gesetze können helfen, das Aufkommen an Verpackungsmüll zu reduzieren. Aber auch jeder Einzelne kann etwas tun, um die Menge an verbrauchter Verpackung zu reduzieren. Unser Team von “Lass ma’ nachhaltig” hat ein paar sehr gute, und vor allem nachhaltige, Ideen für euch: 

Verpackung vermeiden: Klingt simpel – und ist es häufig auch. Jutebeutel, Einkaufskorb und Co. begleiten euch gern zum Einkaufen und ihr spart euch den Griff zur Einwegvariante im Supermarkt. Statt beispielsweise Obst und Gemüse verpackt zu kaufen, einfach zur losen Variante greifen und die Vitaminbomben in einem wiederverwendbaren Netz verstauen. Wurst, Käse und Fleisch an der Frischetheke kaufen und in mitgebrachten Dosen einpacken lassen, statt die in Plastik verpackte Variante aus dem Regal zu wählen. Diverse Supermärkte bieten übrigens dazu schon eigene Mehrweg-Verpackungen an und ermöglichen ihren Kunden auf diese Weise einen ökologischeren Einkauf. 

Bei manchen Produkten wie etwa bei Reinigungs-, Kosmetik- oder Hygiene- und Pflegeartikeln ist das natürlich nicht immer ganz so leicht. Aber hier lässt sich zumindest die Menge an Verpackung reduzieren, wenn man beispielsweise nicht zu einem neuen Flüssigseifenspender greift, sondern zum Nachfüllbeutel.
Reduzierung ist ebenfalls das richtige Stichwort für Genussmittel wie Kaffee und Tee. In loser Form gekauft, fällt nämlich deutlich weniger Müll an, als in Kapselform oder portionsweise verpackt. 

Wer noch einen Schritt weiter gehen will und komplett auf Verpackung verzichten möchte, dem empfehlen wir die Unverpackt-Läden. Der NABU bietet hierzu eine Liste mit Supermärkten in ganz Deutschland. 

Mehr Mehrweg: Greift lieber zu der wiederverwertbaren Verpackung statt zur Einwegvariante. Also bei Getränken oder Joghurt etwa zum Mehrweg-Glasbehälter. Oder zur guten alten Brotdose statt zu Alufolie, Frühstücksbeutel und Co. Gleiches gilt natürlich für den Coffee-to-Go-Becher aus Pappe mit Kunststoffdeckel, der unsere Städte seit einigen Jahren geradezu überschwemmt. Der morgendliche Kaffee schmeckt aus dem Mehrweg-Becher nämlich mindestens genauso gut wie aus dem Pappbecher, der leer in den Mülleimer wandert. 

Und das Mehrweg-Prinzip lässt sich auch auf andere Bereich übertragen: Statt online Klamotten zu shoppen, die für euch verpackt und natürlich auch zu euch transportiert werden müssen, könntet ihr einen Secondhandladen oder Flohmarkt besuchen. So könnt ihr die Sachen direkt anprobieren und müsst sie nicht auch noch zurückschicken, falls die Ware nicht gefällt oder passt. Das gleiche Prinzip gilt natürlich auch für Elektrogeräte. Inzwischen gibt es für nicht mehr genutzte Dinge etliche Online-Tauschbörsen. Natürlich fallen dabei oft auch Verpackung und Transport an, aber Wiederverwertung ist allemal besser als funktionierende Technik zu entsorgen. 

Was übrigens hilft: Manchmal einen Moment innezuhalten und sich selbst zu fragen, ob man das neue T-Shirt wirklich braucht. Vielleicht fällt einem dann ein, dass hinten links im Schrank ein ziemlich ähnliches Exemplar liegt, das noch so gut wie neu ist. 

Back to basic: Statt Wasser aus entfernter liegenden Regionen in Flaschen zu kaufen, einfach den Hahn aufdrehen und Leitungswasser trinken. Denn das Trinkwasser hat überall in Deutschland eine sehr gute Qualität. Und wer sein Wasser mit etwas mehr Pepp bevorzugt, kann sich einfach einen Wassersprudler zu legen. Die notwendigen Kohlensäure-Zylinder lassen sich nämlich immer wieder befüllen. So reduziert ihr nicht nur Müll, sondern spart euch auch das Schleppen von Getränkekisten.

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Euer “Lass ma’ nachhaltig” Team!